Vulcans Projekte
Vulcan Energy baut die weltweit erste klimaneutrale, kombinierte Produktion von Lithium und Erneuerbarer Energie auf, um die CO2-Emissionen in der Batterieproduktion zu reduzieren. Das Lionheart-Projekt ist dabei das erste von vielen.
Lionheart
Die erste Projektphase “Lionheart” ist Vulcans Kernprojekt und hat die Gewinnung von nachhaltigem Lithium und erneuerbarer Energien im Oberrheingraben zum Ziel. Das Lionheart-Projekt verbindet bereits bestehende und kommerziell erprobte Technologien, um batteriefertiges Lithium aus der natürlich erhitzten, unterirdischen Thermalsole des Oberrheingrabens zu gewinnen. So soll für die europäische Batterieindustrie eine lokale Quelle für nachhaltiges Lithium geschaffen werden. Als Nebenprodukt entsteht dabei erneuerbare Energie, die für die Wärmeversorgung der umliegenden Region genutzt wird. Vulcans Produktions- und Verarbeitungsprozesse sind klimaneutral und nutzen keine fossilen Brennstoffe.
Die angestrebten Produktionskapazität des Lionheart-Projekts sind 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat pro Jahr – eine Menge, die für die Produktion von rund 500.000 Elektrofahrzeug-Batterien ausreicht. Zudem entstehen jährlich 275 GWh erneuerbarer Energie und 560 GWh Wärme über einen geschätzten Projektzeitraum von 30 Jahren.
Im Herzen Europas
Vulcan verfügt über ein umfangreiches Lizenzportfolio im Oberrheingraben, das eine Fläche von über 2000 km² abdeckt.
Stufenweise Entwicklung
Nach Lionheart sind weitere Projektphasen in angrenzenden Gebieten geplant. Für das Lionheart-Projekt wird eine kommerziellen Anlage für die kombinierte Gewinnung von geothermischer Energie und Lithium in Landau errichtet, die von mehreren Bohrplätzen aus der Region gespeist wird. Das Projekt konzentriert sich auf den Kern des Lizenzgebiets, einschließlich der bestehenden Förderbohrungen.
Durch die Umsetzung weiterer Projektphasen soll das große Potenzial des umfangreichen Lizenzgebiets, über das Vulcan verfügt, voll ausgeschöpft werden.
Die Anlagen des Lionheart-Projekts
Im Rahmen des Lionheart-Projekts wird die lithiumreiche Thermalsole aus dem Untergrund des Oberrheingrabens in einem zweistufigen Verfahren in batteriefertigem Lithium umgewandelt.
Zunächst wird die natürlich erhitzte Sole an die Oberfläche gefördert, wobei zuerst erneuerbare Energie in Form von Strom und Wärme erzeugt wird. Anschließend wird mithilfe der sogenannten adsorptionsbasierten direkten Lithiumextraktion (A‑DLE) Lithium aus der Thermalsole gewonnen. Dabei kommt Vulcans eigens entwickeltes Adsorptionsmittel VULSORB® zum Einsatz. Im Ergebnis entsteht das Zwischenprodukt Lithiumchlorid (LiCl), das in einem zweiten Schritt in der zentralen Lithiumanlage (CLP) zu batteriefertigem Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) verarbeitet wird.
Die lithiumarme Thermalsole wird anschließend wieder in das unterirdische Reservoir zurückgeführt, sodass ein geschlossener Kreislauf entsteht.
Die wichtigsten Anlagen
- An jedem Bohrstandort gibt es Wärmetauscher, die die Wärme der Thermalsole in einen geschlossenen industriellen Wasserkreislauf übertragen.
- Das heiße Wasser wird über Rohrleitungen zu Fernwärmeanlagen und ORC-Anlagen (Organic Rankine Cycle) geleitet.
- Nach der Wärmenutzung wird das abgekühlte Wasser zur Wiedererwärmung zu einem Wärmetauscher zurückgeführt. So wird die Systemeffizienz aufrecht erhalten.
- Die abgekühlte lithiumreiche Sole wird vom Wärmetauscher zur Lithiumextraktionsanlage (LEP) geleitet, wo das Lithium extrahiert wird.
- Die lithiumarme Sole wird wieder in das geothermische Reservoir zurückgeführt, wodurch der Kreislauf nachhaltig geschlossen wird.
- An jedem Bohrstandort gibt es Wärmetauscher, die eine effiziente Übertragung der Wärme der Thermalsole in ein geschlossenes Brauchwassersystem zu gewährleisten.
- Das heiße Wasser wird über Rohrleitungen zu Fernwärmenetzen und ORC-Kraftwerken transportiert.
- Das abgekühlte Wasser wird kontinuierlich zum Wärmetauscher zurückgeführt und dort wieder erwärmt.
- Die abgekühlte lithiumreiche Sole wird zur Weiterverarbeitung zur Lithiumgewinnungsanlage (LEP) geleitet.
- Die lithiumarme Sole wird wieder in den Untergrund zurückgeführt, um die Nachhaltigkeit des Reservoirs zu gewährleisten.
- Die Verwendung von sauberem Brauchwasser für Heiz- und Stromerzeugungszyklen verhindert Kalkablagerungen im gesamten System.
- Die Vorkühlung der Sole reduziert das Risiko von Kalkablagerungen in den Rohrleitungen und in der LEP erheblich und verbessert so die Lebensdauer des Systems sowie die Betriebseffizienz.
- Positive Unterstützung durch die lokalen Gemeinden (November 2024): Vulcan und die Stadt Landau haben eine Optionsvereinbarung unterzeichnet, um das Grundstück D12 der Stadt Landau zu sichern. Die Reservierung des Areals im Gewerbegebiet “Am Messegelände Süd-Ost“ stellt einen Schritt zur Umsetzung der geplanten Geothermie- und Lithiumextraktionsanlage dar.
- Die LEP wird neben der neuen Lionheart-Geothermieanlage in Landau errichtet.
- Die angestrebte Gesamtkapazität der G-LEP beträgt 24.000 Tonnen LHM-Äquivalent in Form von LiCl pro Jahr.
- Von der LEP wird die LiCl-Lösung zur CLP im Industriepark Höchst (Frankfurt) transportiert.
- Der modulare Projektaufbau ermöglicht eine weitere schrittweise Entwicklung über weiterte Projektphasen im Oberrheingraben hinweg.
- Die CLP soll im Industriepark Höchst in Frankfurt Höchst entstehen.
- Die Genehmigung für den Bau und Betrieb der Anlage wurde im September 2025 erteilt.
- Die Anlage hat eine angestrebte Produktionskapazität von 24.000 Tonnen LHM pro Jahr.
- An der CLP wird LiCl zu LHM in Batteriequalität durch einen Elektrolyseprozess verarbeitet. Ein (verkaufsfähiges) Nebenprodukt ist dabei HCl.
- Es bestehen Synergien mit bestehenden Chloralkali-Produzenten, aufgrund der Präsenz im selben Chemiepark (z. B. mit Nobian).
- Rückführung von Spülströmen in die LEP → geringes Abfallaufkommen
- Der Industriepark Höchst ist einer der größten Industrieparks Europas und beherbergt rund 90 Chemie- und Pharmaunternehmen
- Die Betreiberfirma Infraserv wurde mit der Lieferung von Strom, Versorgungsleistungen und Dienstleistungen für den Vulcan Standort beauftragt.
Regionale Projektgebiete.
Mannheim
Vulcan führt derzeit eine Machbarkeitsstudie für die Lizenz „Mannheim“ durch. Das betroffene Gebiet befindet sich 40 km nordöstlich vom Lionheart-Projektgebiet.
Die Studie untersucht das Vorhaben, neben der Entwicklung der Produktionskapazitäten für Lithium und geothermische Energie, weitere Produktionskapazitäten zu entwickeln. Dies umfasst auch die Erweiterung der nachgelagerten Elektrolyse-Anlage im Industriepark Höchst.
Vulcan wird aus den geothermischen Ressourcen der Region Mannheim grundlastfähige geothermische Energie an das Fernwärmenetz der MVV Energie AG, eines der führenden Energieunternehmen Deutschlands, liefern und gleichzeitig nachhaltiges Lithium für die Produktion von Elektrofahrzeugbatterien gewinnen.
Ludwigshafen
Vulcan hat für das geothermische Erschließungsvorhaben in der Region Ludwigshafen erfolgreich eine 2D-Seismik abgeschlossen. Vulcan führt das Projekt in Zusammenarbeit mit BASF, einem der weltweit größten Chemiekonzerne, durch.
Die 2D-Seismik wurde innerhalb der Vorderpfalz durchgeführt und erstreckte sich auf eine Distanz von etwa 75 km. Die Vorderpfalz ist eine Region an der westlichen Grenze des Oberrheingrabens und umfasst die Städte und Gemeinden Bad Dürkheim, Deidesheim, Mutterstadt, Frankenthal und Ludwigshafen. Die Ergebnisse der 2D-Seismik dienen der Ermittlung des oder der optimalen Standorte für die nächste Entwicklungsphase von Vulcan. Im Anschluss daran wird für relevante Gebiete eine noch genauere 3D-seismische Untersuchung folgen.
„Das ist es, was uns und unserem Projekt wirklich einen Vorteil verschafft: Es ist nicht nur der Aspekt der Nachhaltigkeit, sondern niedrige Kosten und darüber hinaus die Tatsache, dass wir die Lieferkette nach Europa gebracht haben. Der Sicherheitsaspekt besteht also darin, dass man Europa die Lithium-Lieferkette nicht wegnehmen kann – sie ist in Europa.“