
FAQs.
Die Lithiumgewinnung Lithium
- Lithiumreiches Thermalwasser aus dem Untergrund des Oberrheingrabens wird an die Oberfläche gepumpt.
- Dann wird das Lithium mittels Direkter Lithiumextraktion durch Adsorption (A-DLE) aus dem Thermalwasser extrahiert. Diese Technologie wird seit den 1990er Jahren kommerziell genutzt.
- Genauer gesagt wird das lithiumhaltige, heiße Thermalwasser durch eine Art Filter, den sogenannten Sorbens, geleitet. In diesem Sorbens bleiben die Lithiumionen hängen – das restliche Thermalwasser fließt hindurch.
- Die Wärme des Thermalwassers wird zum Antreiben des Extraktionsprozesses sowie zur Bereitstellung von Erneuerbarer Wärme und Strom genutzt. Nachdem sowohl die Energie als auch das Lithium aus dem Thermalwasser gewonnen wurde, wird dieses in das natürliche Reservoir zurückgeführt – ein geschlossener Kreislauf.
- A‑DLE, steht für adsorptionsbasierte direkte Lithiumextraktion und ist ein Verfahren zur Gewinnung von Lithium aus Thermalsole.
- Der Marktanteil von A‑DLE liegt derzeit bei etwa 10 % der weltweiten Lithiumproduktion und soll in den nächsten zehn Jahren um rund 280 % wachsen (Quelle: Benchmark Minerals Intelligence). Damit wird diese Technologie voraussichtlich für einen großen Teil der Industrie zur bevorzugten Lösung.
- Zu den Vorteilen von A‑DLE gegenüber traditionellen Lithiumgewinnungsmethoden gehören niedrigere Betriebskosten, eine geringere Umweltbelastung, eine höhere Produktqualität sowie eine positive Erfolgsbilanz.
Lithiumgewinnung aus Hartgestein: Der Abbau im Tagebau ist ein sehr energieintensiver Prozess. Die Mineralien werden in der Regel abgebaut, wenn sie in einer Konzentration von etwa 1 % vorliegen. 99 % des abgebauten Materials ist somit nicht verwertbar. Das Erz wird anschließend auf 5 bis 6 % aufkonzentriert, bevor es einen langen Transportweg in die Raffinerien zurücklegt – von denen die meisten in China stehen. In den Raffinerien wird ein Brennvorgang vorgenommen, der große Mengen an fossiler Energieträger benötigt, um das batteriefertige Endprodukt Lithiumhydroxidmonohydrat (LHM) zu produzieren.
Lithiumgewinnung durch Solebecken: Die Lithiumgewinnung aus Sole mithilfe von Verdunstungsbecken erfordert eine große Menge an Wasser in den teilweise trockensten Gegenden der Welt. Die Gewinnungsmethode weist darüber hinaus ebenfalls einen erheblichen CO2-Fußabdruck auf, da große Mengen an chemischen Reagenzien eingesetzt werden.
- VULSORB® ist der firmeneigene Sorbens, den Vulcan nutzt, um Lithium aus der Sole zu extrahieren.
- Der auf Aluminat basierende Sorbens weist im Vergleich zu handelsüblichen Sorbentia eine höhere Leistung und einen geringeren Wasserverbrauch bei der Lithiumgewinnung auf.
- VULSORB® kann sowohl in Europa als auch weltweit in anderen Solen verwendet werden.
- VULSORB® wurde sowohl in Europa als auch weltweit erfolgreich mit verschiedenen Solen getestet und steht zur Lizenzierung zur Verfügung.
- Das gewonnene Lithium wird in einer Lithiumextraktionsanlage zunächst gereinigt. Dann wird es in einer wässrigen Lithiumchlorid-Lösung in eine Lithiumelektrolyse-Anlage gebracht, wo es zum Endprodukt Lithiumhydroxidmonohydrat (LHM) verarbeitet wird.
- Das LHM wird der Automobilindustrie über Kathoden- und Batteriezellhersteller geliefert und für den Bau von E-Fahrzeugen oder für Speicher von Erneuerbaren Energien (Solar und Wind) genutzt. Nach dem Ende des Batterie-Lebenszyklus kann das Lithium recycelt werden.
- Lithium selbst ist nicht umweltschädlich. Es befindet sich in natürlicher Form gebunden in mehreren Regionen Deutschlands. Bei dem von Vulcan eingesetzten Verfahren ist das Lithium stets in wässriger Lösung gebunden, befindet sich in einem geschlossenen Kreislauf und gelangt so nicht in die Umwelt.
- Risiken bestehen nur dann, wenn Stäube von Lithium auftreten. Der einzige Prozessschritt, bei dem dies vorkommen kann, findet im Chemiepark Höchst statt, wo das Endprodukt Lithiumhydroxidmonohydrat (LHM) hergestellt wird. Dieses wird jedoch zeitnah zu den Batterieherstellern transportiert.
- Im Bereich der Energiespeicherung und dem Übergang zur Elektromobilität haben sich Lithium-Ionen-Batterien zweifellos als zuverlässige und effiziente Technologie etabliert, die entscheidende Fortschritte in verschiedenen Anwendungen ermöglicht. Ihre hohe Energiedichte, lange Lebensdauer und weit verbreitete Verfügbarkeit machen sie zum Vorreiter in der Batterie- und Automobilindustrie.
- Mit dem Lionheart-Projekt strebt Vulcan an, eine heimische und klimaneutrale Lithiumversorgung in Europa zu etablieren und die Automobilindustrie bei ihrem Übergang zur E-Mobilität zu unterstützen.
- Ende 2023 hat die kommerzielle Serienproduktion von E-Autos unter Verwendung von Natrium-Ionen-Batterien als Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien begonnen. Vulcan ist der Ansicht, dass Natrium-Ionen-Batterien einen Platz im Markt haben. Lithium-Ionen-Batterien haben aktuell bestimmte Vorteile wie zum Beispiel eine höhere Energieeffizienz und eine ausgereiftere Technologiebasis. Natrium-Ionen-Batterien hingegen zeigen Vorteile in Bezug auf Kosten und Ressourcenverfügbarkeit. Sie werden jedoch im Hinblick auf ihren Einsatz in E-Autos in der Regel für kleinere Fahrzeuge mit kürzeren Reichweiten verwendet.
- Mit technologischer Vielfalt können wir Innovation und Nachhaltigkeit umfassend fördern. So können wir sicherzustellen, dass beide Technologien nebeneinander existieren können und zu einem erfolgreichen Übergang zur E-Mobilität beitragen können.
- Die Nachhaltigkeit der Lithiumgewinnung bei Vulcan wurde umfassend durch mehrere unabhängige Studien bewertet. Zwei Umweltstudien auf Basis von Lebenszyklusanalysen (LCA) wurden von Minviro, einem auf Rohstoffanalysen spezialisierten Unternehmen, im Rahmen einer Pre-Feasibility Study und der endgültigen Machbarkeitsstudie (Definitive Feasibility Study) sowie der Bridging-Engineering-Studie für Vulcans Projekt erstellt. Die Ergebnisse der neusten Studie wurden 2023 im Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht (Link). Diese Bewertungen zeigen, dass Vulcans Verfahren im Vergleich zu herkömmlichen Methoden eine deutlich geringere Umweltbelastung aufweist.
- Ein zentrales Element des Prozesses ist die CO₂-neutrale Umwandlung von Lithiumchlorid in Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM), das direkt in der Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge eingesetzt werden kann.
- Vulcan hat zudem eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung (Environmental and Social Impact Assessment, ESIA) durchgeführt. Diese ist eine Voraussetzung für die Aufnahme nachhaltiger Fremdfinanzierungen und stellt eine wichtige unabhängige Bestätigung der prognostizierten ökologischen und sozialen Auswirkungen dar. Die ESIA betrachtet die gesamten ökologischen und sozialen Auswirkungen des Projekts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg (Bau, Betrieb und Rückbau). Vulcan führte 2023 seine erste ESIA durch und aktualisierte sowie veröffentlichte die Studien 2024 und 2025.
- Im Oktober 2024 wurde Vulcans Green Financing Framework von der führenden unabhängigen Ratingagentur S&P Global Ratings bewertet und mit dem Gesamturteil „Dark Green“ ausgezeichnet – der höchsten Bewertung, die weltweit jemals einem Unternehmen aus dem Metall- und Bergbausektor verliehen wurde. Vulcan erhielt zudem die Bewertung „Dark Green“ in den Kategorien „Green Enabling Project“ und „Renewable Energy“. S&P Global kam zu dem Schluss, dass das Framework mit anerkannten Standards für nachhaltige Finanzierungen übereinstimmt, darunter die Green Bond Principles und die Green Enabling Projects Guidance der International Capital Market Association sowie die Green Loan Principles der Loan Market Association.
- Aus Sicherheits-, Handhabung- und Energieeffizienzgründen wird Lithium nicht in kristallisierter Form als Lithiumchlorid (LiCl) nach Frankfurt transportiert. Stattdessen wird eine LiCl‑Lösung verwendet, da es ineffizient wäre, das Salz vor dem Transport zu verdampfen und in Frankfurt wieder aufzulösen – insbesondere, da für die Elektrolyse zur Herstellung von Lithium in Batteriequalität ohnehin eine wässrige LiCl‑Lösung benötigt wird.
- Zudem ist die Lösung wesentlich sicherer und einfacher zu handhaben als festes Salz.
- Um eine Anlage zu betreiben, die rund 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr produziert, sind etwa zehn Lkw‑Fahrten pro Tag notwendig. Jeder dieser Lkw transportiert rund 27 Tonnen Material.
- Basierend auf aktuellen Prognosen geht Vulcan davon aus, dass die Lithiumextraktion über mehrere Jahrzehnte wirtschaftlich betrieben werden kann, während die Wärmeproduktion an jedem Standort für mindestens 50 Jahre gesichert ist.
- Nach heutigem Forschungsstand stehen nur begrenzte Optionen zur Verfügung, um sowohl eine effiziente Energiespeicherung in Batterien als auch eine nachhaltige Versorgung mit grünem Strom und grüner Wärme sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund ist die Gewinnung von Lithium gerechtfertigt – insbesondere, da sie bereits heute einen konkreten Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen leistet.
- Die Geothermie bleibt dabei ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Energieversorgung. In einigen Städten (z.B. München in Deutschland oder Riehen in der Schweiz) werden geothermische Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung auch ohne Lithiumextraktion wirtschaftlich betrieben.
- Ja, nach der Lithiumextraktion hat die Thermalsole noch eine Temperatur von etwa 70 °C. Diese Restwärme wird von Vulcan jedoch nicht weiter energetisch genutzt und gemeinsam mit der Thermalsole wieder in das Reservoir zurückgeführt.
- Die Reinjiktion schließt den natürlichen Kreislauf: ein entscheidender Faktor für die geothermale Nachhaltigkeit und die langfristige Stabilität des Reservoirs.
Erneuerbare Energie durch Tiefengeothermie
- Die im Erdinneren gespeicherte natürliche Wärme wird als Energiequelle genutzt. Diese Wärme entsteht durch verschiedene Prozesse (z.B. durch radioaktive Zerfallsreaktionen im Erdmantel und den Wärmetransport von der Erdkruste zur Erdoberfläche)
- Geothermie kann zum Heizen, Kühlen und zur Stromerzeugung genutzt werden
- Der Begriff der „Geothermie“ ist ein Oberbegriff und bezeichnet sowohl die Oberflächennahe als auch die Tiefengeothermie. Der zentrale Unterschied liegt in der Tiefe der Bohrung.
- Während Oberflächennahe Geothermie Erdwärme aus bis zu 400 Metern Tiefe nutzt, wird bei tiefengeothermischen Projekten bis zu mehreren Kilometer unter die Erdoberfläche gebohrt. Mit zunehmender Tiefe der Bohrungen steigt die Temperatur der Thermalsole.
- Im Ergebnis kann dadurch Erdwärme aus Tiefengeothermie ganze Stadtviertel mit grüner Wärme oder Strom versorgen, wohingegen die Wärme aus Oberflächennaher Geothermie lediglich einzelne Ein- und Mehrfamilienhäuser beheizen kann.
- Vulcan nutzt für seine Projekte Tiefengeothermie, da für die Entnahme der lithiumreichen Thermalsole Bohrungen von bis zu 4 km unter die Erde nötig sind und der Energiegewinn dadurch größer ausfällt.
Die Tiefengeothermie in Deutschland hat das Potenzial, über ein Viertel des deutschen Wärmebedarfs zu decken (Quelle Fraunhofer 2022: Link).
Vorteile der Tiefengeothermie umfassen u.a.
- Klimafreundlich: Bei der Umwandlung geothermischer Energie in Strom oder Wärme entsteht deutlich weniger CO₂ als bei der Energieerzeugung aus Kohle oder anderen fossilen Brennstoffen und ermöglicht damit mehr Unabhängigkeit.
- Grundlastfähig: Dadurch ist Geothermie jederzeit verfügbar. Andere erneuerbare Energiequellen sind vom Tagesverlauf oder vom Wetter abhängig.
- Hohe Effizienz: Bei der Wärmeproduktion mit Geothermie gehen kaum thermische Energieverluste verloren.
- Vielseitigkeit: Geothermie kann neben Wärme auch Strom und Kälte erzeugen.
- Unbegrenzter Vorrat: Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen ist Geothermie nahezu unbegrenzt verfügbar.
- Geringer Flächenverbrauch: Im Vergleich zu herkömmlichen Öl- oder Gasheizungen benötigen geothermische Hausanschlussstationen deutlich weniger Platz.
- Regionale Wertschöpfung: Für energieintensive Unternehmen ergeben sich Wachstumsmöglichkeiten – gleichzeitig profitieren Gemeinden durch höhere Gewerbesteuereinnahmen.
Nachteile der Tiefengeothermie umfassen:
- Lokal begrenzte Nutzbarkeit: Nur wenige Regionen in Deutschland verfügen über die geologischen Voraussetzungen, die für die Nutzung von Tiefengeothermie erforderlich sind.
- Hohe anfängliche Investitionskosten: Um die benötigten Temperaturniveaus in tiefen Erdschichten zu finden, sind oft komplexe Vorarbeiten notwendig – darunter Tiefbohrungen, seismische Messungen sowie umfangreiche Genehmigungsverfahren.
- Hoher Aufwand: Oft sind aufwendige Vorarbeiten wie tiefe Erdwärmebohrungen erforderlich, um das benötigte Temperaturniveau in tieferen Erdschichten zu finden.
- Fernwärmesysteme sind so konzipiert, dass sie eine sehr hohe Zuverlässigkeit bieten, mit nur minimalen jährlichen Ausfallzeiten.
- Eine hohe Versorgungssicherheit wird durch mehrere Ebenen der Redundanz erreicht, zum Beispiel durch:
- Mobile Heizwerke, die die Versorgung während geplanter Wartungen oder unerwarteter Störungen vorübergehend übernehmen können.
- Vernetzte Systeme mit mehreren Erzeugungsstandorten. Wenn ein Werk ausfällt, können andere einspringen, um die kontinuierliche Versorgung sicherzustellen.
- Die Versorgung mit Wärme hat dabei höchste Priorität – insbesondere während der Heizperiode. Allerdings können Fernwärmenetze, sofern entsprechend ausgestattet, auch Kälte und Strom bereitstellen. Die tatsächliche Verteilung von Wärme, Kälte und Strom hängt von der lokalen Nachfrage und der vorhandenen Infrastruktur ab.
- Neben Lithium zählt nachhaltig erzeugte Wärme zu den zentralen Produkten von Vulcan und ist ein wesentlicher Bestandteil unseres ganzheitlichen Konzepts. Die gleichzeitige Gewinnung von Lithium sowie die Erzeugung von Wärme und Strom aus geothermischer Sole ermöglicht ein besonders effizientes und wirtschaftliches Anlagensystem.
- Diese Wärme kann in kommunale Netze eingespeist werden und leistet damit einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. So entsteht ein doppelter Nutzen aus einer einzigen Quelle: nachhaltige Rohstoffgewinnung und Wärmeproduktion.
- Vulcans Leistungsspektrum umfasst die Produktion und Bereitstellung von nachhaltiger Wärme, Strom und Kälte sowie Lithium aus Geothermalsole. Die Verantwortung für den Ausbau und Betrieb der lokalen Wärmenetze liegt weiterhin bei den regionalen Energieversorgern, wie z. B. den Stadtwerken.
- Vulcans Projektvorhaben schafft die technischen und begünstigt die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine klimafreundliche Wärmeinfrastruktur auf kommunaler Ebene. Die Finanzierung des Netzausbaus liegt somit nicht bei Vulcan, sondern bei den zuständigen Versorgungsunternehmen (z.B. der ESW in Landau).
- Theoretisch kann das Thermalwasser unbegrenzt zirkuliert werden. Aus dem Erdinneren fließt kontinuierlich Wärme nach und erhitzt das Wasser erneut. Dieser Prozess ist jedoch langsam. In der Praxis wird der technische Kreislauf daher vor allem durch wirtschaftliche Faktoren begrenzt.
- Für Vulcan spielt zudem der Lithiumgehalt im Thermalwasser eine wirtschaftliche Rolle und beeinflusst, wie lange das Wasser gefördert und zurückgeführt wird. Daher ist es besonders wichtig, die entnommenen Lithiumwerte während der Lithiumextraktion genau zu überwachen. Vulcan sammelt kontinuierlich Informationen über Veränderungen der Reservoireigenschaften, um ein effizientes Reservoir-Management zu ermöglichen. So wird eine langfristige und nachhaltige Nutzung sowohl für die Wärmeerzeugung als auch für die Lithiumgewinnung optimiert.
- Darüber hinaus haben Geothermieanlagen ihre Langlebigkeit längst bewiesen. In Larderello (Italien) läuft eine der weltweit ältesten Anlagen seit über 100 Jahren, und die älteste deutsche Anlage in Waren an der Müritz ist seit 1994 in Betrieb.
- Die unterirdischen Wasserströme verändern sich mengenmäßig nicht, da das gesamte geförderte Thermalwasser nach der Nutzung vollständig in denselben geologischen Horizont (also die gleiche „Etage“) zurückgeführt wird – auch nach der Lithiumextraktion.
- Die Lithiumextraktion erfolgt außerhalb des unterirdischen Systems und beeinflusst die natürlichen Fließwege im Reservoir nicht. Es wird lediglich der Lithiumgehalt des Wassers verändert – nicht jedoch der unterirdische Kreislauf.
- Ja, das Fernwärmenetz kann auch zur Kühlung eingesetzt werden. Dafür wird ein spezielles Verfahren namens “Absorptionskälte” genutzt, bei dem aus Wärme Kälte erzeugt wird. So können Gebäude im Sommer über das Fernwärmenetz klimatisiert werden.
Sicherheit und Grundwasserschutz Geothermie-Bohrungen
- Mit Hilfe von Daten aus der erfolgreich abgeschlossenen 3D-seismischen Untersuchung können optimale Standorte für eine geothermische Bohrung identifiziert werden.
- Die Standorte werden dabei so ausgewählt, dass Eingriffe in die Natur und Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich bleiben.
- Das Standrohr ist nur etwa 30 bis 40 Meter tief. Darauf folgen kleinere, ineinander verschachtelte Rohre, ähnlich wie bei einem Teleskop. Diese werden gegeneinander abgedichtet, um das Grundwasser zuverlässig zu schützen.
- Anschließend wird zunächst vertikal bis in rund 1.000 Meter Tiefe gebohrt, bevor die Bohrung abgelenkt wird und im schrägen Verlauf in das durchlässige Reservoir führt.
- Während des gesamten Bohrvorgangs sind verschiedene Fachkräfte und Expert:innen im Einsatz, die die Arbeiten überwachen und sicherstellen, dass die Bohrung sicher durchgeführt wird. Sobald der gewünschte Endpunkt der Bohrung erreicht ist, werden mehrere Tests und Prüfungen durchgeführt.
- Nach erfolgreichem Abschluss dieser Tests wird die Anlage für die Inbetriebnahme vorbereitet.
- Der Bohrplatz wird vollständig wasserdicht gebaut, um die Umgebung, insbesondere das Grundwasser, vor Verunreinigungen zu schützen.
- Der Standort wird mit einer eigenen Entwässerung ausgestattet, die unabhängig von der öffentlichen Kanalisation ist. Das Schmutzwasser wird wie in allen gewerblichen Betrieben gesammelt, in regelmäßigen Abständen analysiert und bei Bedarf fachgerecht entsorgt.
- Eine Gefährdung des Grundwassers durch Tiefengeothermie kann ausgeschlossen werden, wenn die Arbeiten fachgerecht durchgeführt werden.
- Alle Tiefbohrungen unterliegen dem strengen Betriebsplanverfahren nach Bergrecht, das sowohl die Interessen der lokalen Bevölkerung als auch den Umwelt- und Gewässerschutz berücksichtigt.
- Beim Durchteufen von trinkwasserführenden Schichten müssen besonders strenge Schutzanforderungen erfüllt werden. Dazu gehören die sorgfältige Auswahl der Bohrmethode, der Einsatz eines Bohrspülmittels ohne wassergefährdende Stoffe sowie eine zuverlässige, mehrfache Verrohrung und Zementation, die die Bohrung dauerhaft vom Trinkwasserhorizont abtrennt.
- Alle Abdichtungsbereiche werden während der gesamten Betriebszeit kontinuierlich durch Messinstrumente überwacht, und ihre Funktionsfähigkeit wird in regelmäßigen Abständen von externen Sachverständigen geprüft.
- In der unmittelbaren Umgebung der Bohrungen werden mehrere Grundwassermessstellen installiert, um das Grundwasser kontinuierlich zu überwachen. Dies ist wichtig, um sicherzustellen, dass sich keine Veränderungen des Grundwassers über den Bereich der Bohrstelle hinaus ausbreiten und um bei möglichen Auffälligkeiten rechtzeitig und gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
- Die Überwachung sowie alle notwendigen Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der zuständigen Wasserbehörde.
- Durch die regelmäßige Überwachung verschiedener Parameter in der Tiefbohrung können wir Defekte frühzeitig erkennen.
- Zusätzlich kann ein Messstellennetz im oberflächennahen Grundwasserleiter dazu beitragen, dass man ein Aussickern von Thermalwasser in oberflächennahe Grundwasserleiter frühzeitig entdecken kann und geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.
- Eine chemische Analyse des Thermalwassers vor Inbetriebnahme erlaubt außerdem eine detaillierte Risikobetrachtung, wodurch wir das Überwachungskonzept entsprechend anpassen können.
- Durch die Bohrungen werden keine Hohlräume erzeugt, die in sich zusammenbrechen und Absenkungen an der Oberfläche erzeugen könnten.
- Das Thermalwasser wird aus Klüften und Poren im Sandstein gefördert, wo sich der Durchmesser der Bohrung mit zunehmender Bohrtiefe verringert.
- Im Gegensatz zum Bergbau und zur Ölförderung erfolgt bei der Nutzung tiefer Erdwärme keine permanente Entnahme von Bodenressourcen. Das gewonnene Thermalwasser wird nach dem Wärmeentzug wieder zurück in dasselbe Reservoir geleitet.
- Fracking ist in Deutschland nur zu Forschungszwecken unter strengen Auflagen erlaubt und wird von Vulcan nicht angewendet.
- Fracking wird häufig mit der sogenannten „hydraulischen Stimulation“ verwechselt. Beim Fracking werden in einem ansonsten dichten Gestein neue Risse erzeugt, um Durchflusswege zu schaffen.
- Bei der hydraulischen Stimulation hingegen werden bestehende Klüfte in der Nähe der Bohrung mit Druck erweitert, um die hydraulische Anbindung an die bereits wasserführende Formation zu verbessern.
- Die Thermalwasser-Reservoire im Oberrheingraben liegen in natürlich sehr durchlässigen Gesteinsschichten (Muschelkalk und Buntsandstein). Dadurch ist Fracking, das für undurchlässige Formationen entwickelt wurde, hier nicht erforderlich.
- Ein Bohrplatz umfasst etwa drei Hektar, das entspricht ungefähr vier Fußballfeldern.
- Der Aufbau der Fläche ist immer standardisiert, unabhängig davon, wie viele Bohrungen auf dem Platz abgeteuft werden.
- Diese standardisierte Struktur ermöglicht es auch, Reservebohrungen einzuplanen, was die Flexibilität erhöht, und die Wärmeversorgung absichert.
- An der Oberfläche liegen Injektions- und Produktionsbohrung nur wenige Meter auseinander.
- In einer Tiefe von ca. 3,5 Kilometern jedoch betragen die Abstände etwa 1,5 Kilometer.
- Dieser Abstand kann variieren und hängt davon ab, wo sich im Gestein besonders gut durchlässige Bereiche befinden, durch die das Thermalwasser strömen kann.
- Die Grundlage zur Bestimmung dieser Zonen ist ein geologisches 3D-Modell, das aus seismischen Messungen abgeleitet wird. Zusätzlich werden Computersimulationen genutzt, um zu berechnen, wie sich das Wasser über lange Zeiträume im Untergrund verhält. So wird sichergestellt, dass das System stabil, effizient und nachhaltig betrieben werden kann, wie beispielsweise am Standort Insheim, wo ein solcher Abstand bereits erfolgreich umgesetzt wurde.
- Eine Geothermiebohrung wird in mehreren Abschnitten hergestellt, um die Stabilität und Dichtheit der gesamten Bohrung zu gewährleisten.
- Nach jedem Bohrabschnitt wird ein Stahlrohr (Casing) eingebracht und mit Zement fest mit dem umgebenden Gestein verbunden. Diese Zementation verhindert, dass Flüssigkeiten unkontrolliert zwischen verschiedenen geologischen Schichten migrieren. Gleichzeitig schützen Zement und Stahlrohre die Bohrung vor einem Einsturz.
- Der Aufbau ähnelt einem Teleskop: Im oberen Bereich der Bohrung befinden sich Stahlrohre mit großem Durchmesser. Dieser Durchmesser verringert sich mit zunehmender Tiefe, sodass insgesamt vier verschiedene Rohrdurchmesser installiert werden.
- Im Inneren der Bohrung befinden sich spezielle Innenrohre, jeweils eins für die Förderung und für die Injektion. Diese sind technisch so ausgelegt, dass sie hohen Temperaturen, Korrosion und den mechanischen Belastungen während der gesamten Lebensdauer der Bohrung standhalten.
- Wenn Lithium aus dem Thermalwasser gewonnen werden soll, kann die technische Struktur der Anlage komplexer sein. Dann kommen beispielsweise spezielle Wärmetauscher und Trennverfahren zum Einsatz. Manchmal sind dafür zusätzliche, gezielte Bohrungen erforderlich. All dies dient dazu, die Wärme und die wertvollen Rohstoffe optimal zu nutzen.
- Die Bohrtiefe liegt zwischen 2,5 km und 4 km
- Vor jeder Bohrung ist eine aufwendige geophysikalische Voruntersuchung erforderlich. Sie dient dazu, das Bohrziel und den notwendigen Bohrverlauf zu planen.
- Dabei wird ein strukturelles Abbild des Untergrundes erstellt. Die dargestellten geologischen Strukturen werden, gemeinsam mit weiteren geowissenschaftlichen Daten sowie Bohrerfahrungen aus früheren oder benachbarten Projekten, auf ihr Potenzial zur Führung von Thermalwasser bewertet.
- Der genaue Lithiumgehalt im Thermalwasser kann jedoch erst durch die Analyse des geförderten Wassers bestimmt werden. Glücklicherweise wurden bereits zahlreiche Thermalwasserproben aus Bohrungen im Oberrheingraben untersucht. Diese Analysen zeigen einen sehr konsistenten Lithiumgehalt in den verschiedenen geologischen Formationen/Reservoiren entlang des Grabens. Daraus kann Vulcan gut ableiten, welche typischen Lithiumkonzentrationen in den jeweiligen Schichten zu erwarten sind.
- Auf Basis dieser Analysen, weiteren geologischen Vergleichsdaten, der regionalen Bohrgeschichte und umfangreicher Modellierungen geht Vulcan davon aus, dass das Thermalwasser an den geplanten Bohrstandorten ebenfalls wirtschaftlich nutzbare Lithiumkonzentrationen enthält.
- Den endgültigen Nachweis liefert jedoch erst eine Probebohrung und die Analyse des erstmals geförderten Thermalwassers.
- Der Standort einer Bohrung richtet sich nach dem unterirdischen Bohrziel (Reservoir) und den oberirdischen Möglichkeiten (Bohrplatzstandort). Das Bohrziel wird durch geophysikalische Vorerkundung (meist seismische Messungen) bestimmt.
- Bei der Auswahl eines Bohrplatzes hält sich Vulcan an alle geltenden Vorschriften (z.B. Flächennutzungspläne der Gemeinden, Standortauswahlrecht) – insb. an die Vorgabe, dass Bohrplätze außerhalb von Siedlungsgebieten, Wasserschutzgebieten und Naturschutzgebieten liegen müssen. Mit der eingesetzten Bohrtechnik ist es in der Regel nicht notwendig, senkrecht zu bohren, um das Thermalwasser zu erreichen.
- Für das Phase One Lionheart Project werden Bohrungen, im Nordosten der Gemarkung Insheim (Schleidberg) ausgeführt, weitere entstehen im Norden von Rohrbach (Trappelberg), sowie im Westen von Herxheim (40-Morgen). Weitere potenzielle Bohrstandorte werden zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt.
- Die Bohrarbeiten finden rund um die Uhr, also 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, statt und dauern mehrere Monate pro Bohrung. Vor und während der Bohrarbeiten erfolgt eine umfassende Abstimmung und Kommunikation mit Anwohnerinnen und Anwohnern sowie weiteren relevanten Interessengruppen.
- Um das geförderte Thermalwasser zu den zentralen Anlagen für Lithiumextraktion und Energieversorgung zu transportieren, werden Rohrleitungen benötigt. Sie verbinden Vulcans verschiedenen Bohrplätzen mit den zentralen Anlagen. Im Anschluss der Lithiumextraktion wird das Thermalwasser wieder über die Rohrleitungen zurück an die Bohrplätze transportiert und dort in das unterirdische Reservoir zurückgeleitet, wo es sich erneut mit Wärme und Lithium anreichern kann.
- Die Leitungen verlaufen unterirdisch mit einer Überdeckung von mindestens 1,5 Metern. Die Strecke, entlang der die Leitungen verlaufen, wird Trasse genannt. Die Trassenbreite beträgt zwischen 12 und 14 Metern, da zwei Leitungen für Vor- und Rücklauf sowie Strom-, Steuer- und Kommunikationsleitungen verlegt werden.
- Anschließend kann die Fläche direkt über der Trasse wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Vulcan verfolgt das Ziel, Natur, Umwelt, Landwirtschaft und Menschen so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die Trasse wird, soweit möglich, entlang bestehender Flurstücke und Infrastruktur geführt. Dabei werden auch die Interessen der Grundstückseigentümer und Bewirtschafter berücksichtigt.
- Zudem erfolgt eine enge Abstimmung mit dem Bauern- und Winzerverband sowie den zuständigen Landwirtschaftskammern.
Betrieb einer Geothermie-Anlage
- Die Größe einer Geothermieanlage hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die beiden wichtigsten sind die Leistungskapazität des Kraftwerks und die Art der erzeugten Energie.
- Die Kapazität beschreibt die Menge an Energie, die das Kraftwerk erzeugen kann. Eine größere Anlage hat eine höhere Leistung und kann somit mehr Energie bereitstellen.
- Der Einsatzzweck bezieht sich auf die Art der erzeugten Energie. Geothermieanlagen, die Wärme erzeugen, sind deutlich kompakter als geothermische Stromkraftwerke.
- Übrigens: Eine Besonderheit ist, dass Bohrstandorte, Geothermieanlagen und Lithiumextraktionsanlagen über Leitungen miteinander verbunden werden können und daher nicht am selben Standort gebaut werden müssen. Das macht die Größe einzelner Anlagen sehr flexibel.
- Dampf tritt vor allem bei älteren Geothermieanlagen auf und ist bei den geplanten Anlagen von Vulcan nicht zu erwarten, da hier alles in einem geschlossenen Kreislauf geführt wird.
- Während der Testphase nach Abschluss der Bohrung kann Dampf freigesetzt werden. Dabei handelt es sich jedoch um reinen Wasserdampf, der ungefährlich ist.
- Geothermieanlagen sind aufgrund ihres Verfahrens und im Vergleich zu anderen Industrieanlagen relativ leise.
- Während der Bohrphase können 80–100 dB auftreten, vergleichbar mit einem Lkw. Wenn die Bohrung abgeschlossen ist und die Turbine läuft, erzeugt sie 40–60 dB, was in etwa einer normalen Unterhaltung entspricht.
- In einem Abstand von 500 Metern beträgt die Lautstärke der Anlage nur noch rund 40 dB, also ungefähr so laut wie das Summen eines Kühlschranks.
- Moderne Anlagen werden zusätzlich schalloptimiert gebaut, beispielsweise mit Schalldämpfern oder durch vollständig geschlossene Räume. Die Anlagen befinden sich in abgelegenen Bereichen und führen daher nicht zu zusätzlicher nächtlicher Beleuchtung.
- In Geothermieanlagen werden für die Stromerzeugung die gleichen Wärmeträger verwendet wie in Kühlschränken oder Klimaanlagen. Für sie gelten strenge Nutzungs- und Sicherheitsvorschriften, die konsequent eingehalten werden.
- Darüber hinaus sind die Sicherheits- und Brandschutzvorkehrungen im gesamten Anlagenbereich sehr hoch. Alle Stoffe, die mit der Sole in Kontakt kommen, müssen von den Behörden zugelassen sein und unterliegen den strengen Vorgaben des Wasserrechts.
- Der Betrieb einer Geothermieanlage kann in seltenen Fällen zu geringen Erschütterungen führen, der sogenannten induzierten Seismizität, die in der Regel nicht spürbar ist. Um solche Ereignisse frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig eingreifen zu können, verlangen die zuständigen Behörden für Geothermieprojekte eine seismische Überwachung.
- Dazu werden rund um die Anlage hochsensible Monitoring-Stationen installiert, die Vibrationen des Untergrunds in Echtzeit kontinuierlich aufzeichnen. Ziel dieses Systems ist es, die seismische Aktivität so niedrig zu halten, dass sie für Anwohner und Anwohnerinnen nicht wahrnehmbar bleibt und keine Risiken für Gebäude entstehen.
- Vulcan betreibt seine Anlagen gemäß dem bewährten „Ampelsystem“ und bewegt sich dabei stets im grünen Bereich.
- Abhängig von der gemessenen Bodenschwinggeschwindigkeit und der Häufigkeit solcher Ereignisse ergreift Vulcan geeignete Gegenmaßnahmen, die auch eine Reduzierung der Förderrate der Bohrungen umfassen können.
Sichere Projektumsetzung Seismizität
- Seismizität ist mit jeder Nutzung des Untergrunds (z. B. Bergbau, Trinkwassergewinnung, Kohlenwasserstoffgewinnung) verbunden. Das Ziel: Die Seismizität unter der Wahrnehmungsschwelle zu halten und selbst kleinste Schäden zu vermeiden.
- Dafür werden alle Aktivitäten während der Projektentwicklung und des Betriebs mit hochsensiblen Erschütterungsmessungen überwacht und der Betrieb entsprechend angepasst.
- Durch die Technik der 3D-Seismik kann der Untergrund im Vorfeld genauer erforscht werden, als das bei früheren Projekten der Fall war. Diese bessere Kenntnis macht es möglich, Seismizität zu verringern.
- Seismik ist die Technik, bei der seismische Wellen genutzt werden, um Informationen über den Untergrund zu erhalten, während Seismizität die beobachtbare Erdbebenaktivität in einer Region beschreibt.
- Bei einem kontrollierten Bau und Betrieb einer Geothermie-Anlage werden größere Schäden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vermieden.
- Sollte es wider Erwarten zu Schäden, voraussichtlich lediglich kleiner Art, kommen, werden diese unkompliziert von Vulcan abgewickelt.
- Vulcan hat ein ausführliches Haftpflichtkonzept ausgearbeitet. Dieses sieht vor, dass ein von Vulcan zur Verfügung gestellter Fonds Kleinstschäden über einen unabhängigen Ombudsmann abwickelt. Eine Versicherung kann im unwahrscheinlichen Fall größerer oder sehr vieler Vorfälle ins Spiel kommen. Haftpflichtversicherungen ersetzen üblicherweise nur den Zeitwert.
- Sollten wider Erwarten alle Absicherungen versagen, aus welchen Gründen auch immer, tritt die Bergschadensausfallkasse ein, an der solidarisch alle bergbaubetreibenden Unternehmen, so auch Vulcan, beteiligt sind. Seit der Einführung in den 1970er Jahren wurde diese Absicherung aber noch nie in Anspruch genommen.
Die Versicherung deckt folgende Bereiche ab:
- Betriebshaftpflichtversicherung: Diese deckt Schadensersatzansprüche (gesetzliche Haftung nach Privatrecht) ab, wenn das Unternehmen Schäden an Sachen oder Personen verursacht – beispielsweise durch Fehler, Unterlassungen oder technische Mängel.
- Umwelthaftpflichtversicherung: Diese versichert Personen- und Sachschäden sowie die Verschmutzung/Kontamination von natürlichen Ressourcen durch Umwelteinflüsse – beispielsweise durch die Freisetzung von Schadstoffen.
- Umweltschadenversicherung: Diese deckt auch gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen zur Beseitigung von Umweltschäden – beispielsweise an Boden, Wasser oder geschützten Arten – gemäß dem Umweltschadengesetz (USchadG)..
- Seismische Untersuchungen werden durchgeführt, um ein besseres Bild vom Untergrund zu erhalten und die verschiedenen Bodenschichten in tieferen Ebenen sichtbar zu machen.
- Bei einer 2D-Seismik werden verschiedene Querschnitte des Bodens erstellt. Diese Querschnitte vermitteln einen ersten Eindruck von der Beschaffenheit des Untergrunds und ermöglichen die Identifizierung potenzieller Bruchzonen im Boden. Wichtig ist, dass dadurch die Kriterien für 3D-Seismikuntersuchungen definiert werden können.
- Mit Hilfe der 3D-Seismik-Technologie kann der Untergrund dann im Voraus mit größerer Genauigkeit erkundet werden, als dies bei früheren Projekten möglich war. Mit dieser Methode lassen sich die genauen Standorte der Thermalsolereservoirs bestimmen und dadurch auch Seismizität verringern (weil man weiß, wo man genau hin bohren muss) .
- Insheim/ Landau Herbst 2022 (3D-Seismik)
- Mannheim 2022/23 (3D-Seismik)
- Ludwigsland 2024/25 (2D-Seismik)[LM1]
- Vulcan verfügt über zahlreiche Explorationsgenehmigungen im Oberrheingraben und prüft kontinuierlich, wo eingehende Untersuchungen sinnvoll und effektiv wären.
- Vulcan konzentriert sich derzeit auf die bekannten Projektregionen. Weitere Schritte werden unter Berücksichtigung geologischer, technischer und regulatorischer Aspekte sorgfältig priorisiert und geplant.
- Die seismischen Messungen bei Vulcan folgen einer geplanten Abfolge. In der Region Landau beispielsweise hielten die Fahrzeuge (sogenannte Vibro-Trucks) alle 50 Meter an und erzeugten ein- bis zweimal für jeweils etwa 60 Sekunden Schallwellen. Diese Schwingungen breiten sich im Boden aus und werden von verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert
- Die Abstände zwischen den Geophonen und den Vibrationspunkten sowie die Dauer und Intensität der in den Boden gesendeten Vibrationen hängen von der Beschaffenheit des Untergrunds ab
- Geophone werden alle 50 Meter an der Oberfläche ausgelegt. Diese empfindlichen Sensoren zeichnen die Reflexionen der Schallwellen auf. Aus den gesammelten Daten wird ein detailliertes Bild des Untergrunds erstellt
- Um das geothermische Potenzial des Gebiets zu bestimmen und ein umfassendes Bild des Untergrunds zu erhalten, müssen möglichst viele Anregungspunkte über ein großes Gebiet verteilt und Geophone ausgelegt werden, um das vom Untergrund reflektierte Signal aufzunehmen. Werden Städte bei den Messungen ausgelassen, fehlt dieser Bereich im Bild des Untergrunds. Aus diesem Grund verlaufen einige Messlinien auch durch Städte.
- Messkampagnen in den Stadtgebieten von München und Heidelberg wurden beispielsweise erfolgreich und ohne negative Folgen durchgeführt.
- Vulcan nimmt den Schutz sensibler Gebäude, wie beispielsweise denkmalgeschützter Gebäude, sehr ernst. Vorab werden detaillierte Informationen über Gebäude, Rohrleitungen und andere sensible Bereiche gesammelt. So können die Messlinien entsprechend angepasst werden. Während der Messungen halten die Lkw einen Sicherheitsabstand zu denkmalgeschützten Gebäuden ein.
- Vulcan erfüllt alle geltenden naturschutzrechtlichen Vorgaben der zuständigen Naturschutzbehörden. So werden beispielsweise Messungen außerhalb der Brut- und Nistzeit von Oktober bis Ende Februar durchgeführt.
- Zusätzlich gibt es eine ökologische Baubegleitung, die relevante Bereiche vor Ort überwacht.
- Die Frequenz beschreibt aufeinanderfolgende Wiederholungen eines periodischen Vorgangs, wie beispielsweise einer Schwingung, während Hertz (Hz) angibt, wie viele Schwingungen pro Sekunde stattfinden (eine Frequenz von 1 Hz bedeutet beispielsweise, dass eine Schwingung pro Sekunde auftritt).
- Die von Vulcan durchgeführten seismischen Messungen nutzen Frequenzen zwischen zwei Hz und 96 Hz.
- Eine Anregung mit einem breiten Frequenzspektrum hilft dabei, genaue geologische Strukturen und Lagerstätten zu identifizieren (laut Geowärme NRW)
- Die durch die seismischen Messungen erzeugten Vibrationen können in der Nähe der Trucks gespürt werden.
- Diese Messungen stellen sicher, dass die DIN 4150, die Richtlinien für Erschütterungen im Bauwesen und deren Auswirkungen auf Gebäude definiert, jederzeit eingehalten wird. Wenn der Wert in die Nähe der Grenzwerte kommt, wird die Messung sofort beendet, um jegliche Gefahr für Gebäude auszuschließen (laut Geowärme NRW).
- Der Geräuschpegel einer seismischen Messung entspricht dem eines Müllfahrzeugs. Ein Müllfahrzeug erreicht eine Lautstärke von etwa 85 dB.
- In der Regel werden Messpunkte an sensibler Infrastruktur (z.B. Brücken oder Pipelines) dort, wo es notwendig ist, von der Messung ausgenommen.
- Auf weichen Böden, unbefestigten Wegen oder bereits vorgeschädigten Straßen können lokale Schäden auftreten, wie z.B. Spuren in unbefestigten Wegen. Vulcan ist für die Reparaturen und/oder Entschädigungen verantwortlich.
- Um Schäden zu vermeiden, kann zudem die Erschütterungsintensität reduziert oder Messpunkte an bestimmten Stellen vollständig ausgelassen werden. Dies wird individuell für jeden Messpunkt mit den betroffenen Kommunen und Eigentümer:innen abgestimmt.
- Als Sicherheitsmaßnahme wird die Intensität der Vibrationen an den nächstgelegenen Gebäuden überwacht. So wird gewährleistet, dass die Erschütterungen im vorgegebenen DIN-Bereich bleiben, um mögliche Schäden zu verhindern.
- Alle Anfragen zu den seismischen Messungen von Vulcan können an seismik@v-er.eu gerichtet werden.
- Permitter sind die Ansprechpersonen vor Ort. Sie holen für Vulcan die notwendigen Genehmigungen und Erlaubnisse ein, damit die Vibrationsfahrzeuge Wege und Straßen befahren dürfen. Darüber hinaus nehmen sie auch Vorfallmeldungen entgegen – selbst dann, wenn die Messungen bereits abgeschlossen sind.
- Die Ergebnisse der 3D-seismischen Messungen stehen den zuständigen Behörden zur Verfügung und werden im Rahmen ihrer amtlichen Aufgaben genutzt – zum Beispiel bei Genehmigungs- und Prüfverfahren.
Unser kombiniertes Projekt Über Vulcan
- Vulcans Mission ist es, Europas führendes nachhaltiges Lithiumunternehmen zu werden und durch Geothermie zur Energiesicherheit beizutragen.
- Unser integriertes Lithium- und erneuerbares Energieprojekt passt bestehende, kommerziell erprobte Technologie an, um aus natürlich erwärmter Tiefenlagerstätte im Oberrheingraben Lithium in Batteriequalität zu gewinnen. Damit soll eine lokale, nachhaltige Lithiumquelle für die europäische Batterieindustrie geschaffen werden – ergänzt durch die Produktion erneuerbarer Energie, um lokale Gemeinden mit grundlastfähiger erneuerbarer Energie zu versorgen.
- Das Unternehmen ist seit 2018 an der Australian Stock Exchange gelistet und seit Anfang 2022 zusätzlich an der Frankfurter Wertpapierbörse.
- Vulcan wurde gegründet, um bestehende Abhängigkeiten von Lithiumimporten zu reduzieren und eine nachhaltige Lithiumproduktion in Europa aufzubauen.
- Unser Ziel: Wir werden eine klimaneutrale Zukunft ermöglichen.
- Unsere Mission: Wir werden der weltweit erste Hersteller von klimaneutralem Lithium bei gleichzeitiger Erzeugung von Erneuerbarer Energie und ermöglichen dadurch Energiesicherheit.
- Bei Vulcan arbeiten führende internationale Experten im Bereich der Tiefengeothermie und der Lithiumextraktion.
- Der Bereich Geothermie und Kraftwerk/Heiz- und Kühlanlagen wird von zwei Tochterfirmen, Vulcan Energy Subsurface Solutions GmbH und Vulcan Energy Engineering GmbH, abgedeckt, die über 15 Jahre Erfahrung haben. Seit Januar 2022 produziert Vulcan grünen Strom im Geothermiekraftwerk in Insheim.
- Das Reservoir im Oberrheingraben stellt die größte Lithiumressource Europas dar. Es handelt sich um ein rund 300 km langes Grabensystem mit gleichmäßigen geothermischen Lithium-Vorkommen in Sedimentgestein. Es ist ein gut erforschtes und etabliertes Feld mit mehreren Chemieparks und über 1.000 bestehenden Bohrungen.
- Es enthält eine hohe Lithiumkonzentration in der Sole (durchschnittlich 175 mg/l), wobei die hohen Soletemperaturen eine effiziente Energieproduktion (Strom, Wärme, Kälte) ermöglichen. Zudem erfordert die günstige Solechemie keine chemische Vorbehandlung, um Lithium aus der Sole zu extrahieren.
- Es verfügt über hohe Förderraten von Thermalwasser aufgrund der guten Gesteinsdurchlässigkeit sowie über vergleichsweise geringe Anteile bestimmter Stoffe, die die Lithiumgewinnung beeinträchtigen könnten.
- Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zur europäischen Automobil- und entstehenden Batterieindustrie, was dem Projekt den Vorteil kurzer Transportwege verschafft. Rund 130 km decken den gesamten Prozess von Vulcan ab — vom Bohrplatz bis zum lithiumhaltigen Endprodukt in Batteriequalität.
- Für Lithium: Umicore, LG Energy Solution, Stellantis, Glencore.
- Für Wärme: ESW, MVV Energie Mannheim and BASF.
- Die erste Projektphase konzentriert sich auf Vulcans nachgewiesenes, soleproduzierendes Entwicklungsgebiet „Lionheart“ in Rheinland-Pfalz.
- In der ersten Projektphase sollen nachgewiesene Lithiumreserven von 318.000 Tonnen gefördert werden – dies entspricht den ersten etwa 15 Jahren der geplanten Produktion. Für die darauffolgenden 15 Jahre, also von Jahr 16 bis 30, wird erwartet, dass weitere 252.000 Tonnen gewonnen werden können.
- Vulcan plant, die Lithiumproduktion im industriellen Maßstab 2,5 Jahre nach dem Bau der kommerziellen Anlagen zu starten.
- Ja, das Projekt von Vulcan unterliegt dem Bundesberggesetz (BBergG). Die Gewinnung von geothermischer Energie und der darin enthaltenen Rohstoffe wie Lithium ist rechtlich als bergbauliche Tätigkeit eingestuft. Dementsprechend sind bergrechtliche Genehmigungen erforderlich, die Umweltverträglichkeitsprüfungen, Beteiligungsverfahren sowie eine enge Abstimmung mit Behörden und lokalen Gemeinden umfassen. Dieses Verfahren stellt eine transparente und verantwortungsvolle Nutzung natürlicher Ressourcen sicher.
- Vulcan kommuniziert über verschiedene Kanäle mit lokalen Stakeholdern, darunter regelmäßige Informationsveranstaltungen und Workshops, regionale Websites und Social-Media-Kanäle, Marktmitteilungen und Medien.
- In den Projektregionen organisiert das Regionalmanagement zudem Informationsveranstaltungen und Führungen vor Ort. Zusätzlich besucht das Team lokale Gemeinden mit Infotrailern und Informationsständen, um über das Projekt aufzuklären und Fragen direkt zu beantworten.
- Vulcan betreibt Informationszentren, in denen die Öffentlichkeit mehr über das Projekt erfahren und Feedback geben kann. Außerdem wird ab Sommer 2025 monatlich eine Bürger*innensprechstunde angeboten.
- Erding hat rund 37.000 Einwohner und wird seit mehreren Jahren erfolgreich durch Tiefengeothermie mit Fernwärme versorgt.
- Auch Neuruppin in Brandenburg ist ein gutes Beispiel. Dort werden im Winter etwa 70.000 Haushalte mit geothermischer Fernwärme beliefert.
- Über E-mail: infocenterld@v-er.eu oder kontakt@v-er.eu
- Per Telefon: InfoCenter Landau +49 6341 681 3220
- In Person: InfoCenter Landau, Industriestraße 2, 76829 Landau.

